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Politik zieht bewusst falsche Beatmungszahlen bei Pressekonferenz heran? Nur halb so viele Patienten beatmet!

Der BR berichtet heute von einem „Durcheinander der Corona-Zahlen“ – meines Erachtens nach wieder eine bewusste und nette Umschreibung für eine Lüge.
Es werden nur halb so viele Corona-Patienten beatmet, wie offiziell angegeben.
Die bayerische Staatsregierung hatte allerdings in der vergangenen Woche mehrfach von fast doppelt so vielen beatmeten Patientinnen und Patienten gesprochen, als es sie tatsächlich gab in Bayern.
Dienstag: Aussage Frau Huml 114, laut DIVI wurden 55 Patienten beatmet.
Donnerstag: Aussage Herr Aiwanger 151, laut DIVI wurden 71 Patienten beatmet.
Auch die Bayerische Krankenhausgesellschaft reiht sich bei den Falschmeldungen mit ein und geht am Wochenende mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit, die aber die tatsächliche Lage nicht wiedergeben. „Derzeit werden 224 Covid-Patienten auf einer Intensivstation beatmet“, sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft, Siegfried Hasenbein, der dpa. Doch laut DIVI wurden Stand gestern 120 Covid-19-Patienten beatmet, also wiederum deutlich weniger.

Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am vergangenen Dienstag: Die Staatsregierung bereitet die Menschen in Bayern darauf vor, dass es zu weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben kommen könnte. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) berichtet, dass bereits deutlich mehr Patienten in den Kliniken behandelt werden müssten als noch vor einigen Wochen.
Stand Dienstag seien es 926 Patienten, „wovon 114 Menschen in Intensivbetten mit Beatmung sind“, so Huml.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Stellvertreter Hubert Aiwanger verkünden den Teil-Lockdown für Bayern.
Aiwanger begründet seine Unterstützung unter anderem mit der steigenden Patientenzahl in den Krankenhäusern.
Er sagt, dass „151 Corona-Patienten an der Beatmung hängen“.
Doch der Blick in die Statistik der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die die Daten etwa für das Robert Koch-Institut erhebt, zeigt: An eben diesem Dienstag wurden laut DIVI 55 Patienten beatmet, am Donnerstag waren es 71.
Also etwa halb so viele, wie von den Ministern angegeben.

Wieso werden also von Frau Huml und Herrn Aiwanger nicht die Daten des DIVIs herangezogen, welche offiziell mit der Bundesbehörde – dem RKI – zusammen arbeitet?
Auf Nachfrage erklärte Gesundheitsministerin Huml, sie stütze ihre Aussage auf das System IVENA, das derzeit ebenfalls Daten zu den mit Covid-19 Patienten belegten Betten erhebt. Unter dem Stichwort ICU (Intensive Care Unit) finden sich dann auch die Zahlen, die Huml und Aiwanger am Dienstag und Donnerstag verbreitet haben (unter Deckung von Herrn Söder!).
Allerdings: ICU-Betten bieten lediglich die Möglichkeit der invasiven Beatmung, sagen aber nichts darüber aus, ob tatsächlich beatmetet wird. Denn IVENA fragt das bei den Krankenhäusern nicht ab – anders als DIVI.

Sehr merkwürdig wie ich finde.

Interessant ist auch folgender Abschnitt in dem Artikel:
Nach Angaben des leitenden Oberarztes Michael Irlbeck vom Münchner Klinikum Großhadern versuchten die Intensivmediziner Corona-Patienten derzeit deutlich seltener zu intubieren als noch vor einem halben Jahr. Denn die Folgeschäden seien schwerwiegend, die Thrombosegefahr hoch, ebenso die Todesrate.

Eine Antwort auf „Politik zieht bewusst falsche Beatmungszahlen bei Pressekonferenz heran? Nur halb so viele Patienten beatmet!“

Auch Frau Merkel hat sich verraten. In ihrer letzten Rede hat sie doch tatsächlich den „100 jährigen Pandemie-Kalender“ angesprochen, nur leider ist der falsch. Sie sagte, wir haben alle 100 Jahre eine Pandemie.
Falsch Richtig
1720 Pest hat es so nie gegeben
1820 Cholera 1817
1920 Spanische Grippe 1918
2020 Corona 2019

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