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Die intransparenten Daten des RKI – bewusstes Verschleiern der Sterbedaten?

Wir haben uns die Daten des RKI näher angesehen und nach der ersten Begeisterung über eine frei zugängliche Schnittstelle hat sich schnell Ernüchterung breit gemacht. Über Verschleierung von Daten hinter dem Deckmantel einer freien API.

Nach der Veröffentlichung unseres Beitrags „Dramatischer Anstieg der Todesfälle unter Senioren seit Beginn der Corona-Schutzimpfungen“ haben wir uns selbst die RKI Application Programming Interface (API) angesehen und uns mit Herrn Adam darüber unterhalten. Dachten wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags noch, dass das RKI eine freie API mit allen relevanten Daten zur Verfügung stellt, so mussten wir unsere Meinung kräftig revidieren: Das RKI stellt zwar eine frei zugängliche API zur Verfügung, allerdings sind die Daten unvollständig, lückenhaft und die Dokumentation ist grauenvoll. Aber der Reihe nach…

Vom Traum von öffentlichen, frei zugänglichen Daten

Das RKI hat eine frei zugängliche API! Jeder kann damit offizielle „Corona-Daten“ vom RKI herunterladen und auswerten. Der Traum aller (Hobby)-Statistiker und Verfechter von frei zugänglicher Information wird scheinbar wahr. Leider nur scheinbar. Wir haben uns die Daten angesehen und stießen auf viele Ungereimtheiten.
Mit derzeit nur knapp 200 Megabyte kann derzeit jeder täglich die Corona-Daten des RKI herunterladen – zumindest die, die das RKI gerne an jedermann weitergeben möchte. Aber schauen wir einfach einmal solch einen Eintrag (Stand 07.03.2021) aus der Datenbank an:

Das Ganze ist scheinbar nicht dramatisch: Wir sehen hier 19 Todesfälle aus Nürnberg in Bayern. Gemeldet wurden diese am 14.01.2021 und der Datenstand ist natürlich von heute, also vom 07.03.2021. Kein Problem – damit kann man arbeiten. Kann man?
Nun, die erste Frage, die wir uns stellten ist: Wann starben denn die 19 Personen genau? Da kommen ja drei Daten aus der Tabelle in Frage… Schauen wir uns die Hilfe auf der RKI-Seite dazu an:

  • Meldedatum: Datum, wann der Fall dem Gesundheitsamt bekannt geworden ist
  • Referenzdatum: Erkrankungsdatum bzw. wenn das nicht bekannt ist, das Meldedatum
  • Datenstand: Datum, wann der Datensatz zuletzt aktualisiert worden ist

Die Hilfe ist leider Gottes nicht wirklich aussagekräftig. Zum Glück hat hier Herr Adam die ganze Arbeit für uns erledigt und uns aufgeklärt. Nach Rücksprache mit dem RKI fand er heraus, dass das Meldedatum das Datum ist, an dem die betroffene Person einen positiven Coronatest dem Gesundheitsamt gemeldet hat.
Das Referenzdatum bietet die Möglichkeit noch das Datum der Erkrankung zu erfassen.
Der Datenstand zeigt das Datum an, an dem der Datensatz veröffentlicht wurde. Wir haben die Daten am 07.03.2021 heruntergeladen und das Datum wird angezeigt – und zwar bei allen Datensätzen in dem Paket des Tages.
Aber wann starb die Person denn jetzt? Darauf kann man mit dem aktuellen Datensatz keine Antwort geben.

Auf der Suche nach den realen Sterbedaten

Zum Glück gibt es Menschen wie Herrn Adam, die sich der Sache angenommen haben und versucht haben herauszufinden, wann die Menschen denn nun wirklich gestorben sind. Nun schauen wir uns ein paar Beispielfälle an, die er erst nach Rücksprache mit dem RKI herausgefunden hat:

  • Eine Person stirbt, nach dem Tod wird ein PCR Test gemacht, der positiv ist
    Beim RKI wird am Tag des Meldungseingangs ein Datensatz angelegt, in dem eine 1 für NeuerFall, eine 1 für NeuerTodesFall eingetragen wird. Ruft man am nächsten Tag den Datensatz ab. Dann steht bei NeuerFall eine 0 und bei NeuerTodesFall eine 0.
  • Eine Person wird positiv getestet.
    Beim RKI wird am Tag des Meldungseingangs ein Datensatz angelegt, in dem eine 1 für NeuerFall und eine -9 für Neuer TodesFall eingetragen wird.
    Ruft man am nächsten Tag den Datensatz ab. Dann steht bei NeuerFall eine 0 und bei NeuerTodesFall eine 0.
    Die Person verstirbt. Wann auch immer
    Beim RKI wird am Tag des Meldungseingangs des Todes im bestehenden Datensatz dieser Person in der Spalte NeuerTodesfall eine 1 eingetragen. Dabei bleiben Melde- und Referenzdatum unverändert, da sich diese ausschließlich auf den Test beziehen. Ruft man am nächsten Tag den Datensatz ab. Dann steht bei NeuerFall eine 0 und bei NeuerTodesFall eine -9.

Um es deutlicher zu sagen, es gibt nur die Möglichkeit eine zeitliche Zuordnung von einem Todesfall vorzunehmen: Wenn man am Tag des Meldungseingangs beim RKI die Daten abruft

Genau das hat Martin Adam gemacht: Er hat die Datensätze von allen Tagen seit Beginn der Pandemie gespeichert und ausgewertet und konnte somit die Daten der „Todeseingangsmeldungen“ beim RKI Stück für Stück aufdröseln und auswerten.
Nach Rücksprache mit dem RKI fand er sogar heraus, dass der Meldeverzug zwischen dem Eintreten des Todes und dem Erfassen der Todesmeldung im Schnitt 7 Tage beträgt. Das heißt er kann die Todeszeitpunkte auf ein bis zwei Wochen genau zuordnen – was es in der Veröffentlichung aus unserem Beitrag getan hat.
Um es nochmal deutlich zu sagen: Wenn man nicht jeden Tag die Datensätze beim RKI abgreift und auswertet ist diese Zuordnung unmöglich!
Wenn eine Person vor Monaten einen positiven PCR-Test hatte und dann stirbt, werden die meisten Menschen „intuitiv“ anhand der veröffentlichten Daten des RKI ein falsches Sterbedatum assoziieren, wie es einer unserer Leser in den Kommentaren tat.

Das traurige ist: Das RKI macht diesen Umstand nicht in der Dokumentation klar. Nach der Auswertung von Herrn Adam ist zumindest uns klar warum – die Daten würden nicht für das Handeln unserer Politiker sprechen.


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11 Antworten auf „Die intransparenten Daten des RKI – bewusstes Verschleiern der Sterbedaten?“

Was jetzt mal bei der Auswertung der ganzen Datensätze interessant wäre: werden denn Fälle namentlich erfasst oder nur als anonymer Fall?
Zumindest bei den Gesundheitsämtern herrscht doch da das Chaos, erst recht, wenn zwischen Ersterfassung und anschließendem Wohn-/Aufenthaltsort-Wechsel ein weiteres GA zuständig wird. So erfolgen für 1 Person auch Mehrfacherfassungen als „Infizierte“. Wie erfolgt die Zuordnung dieser Person, wenn sie stirbt? Oder wird dann ein dritter Datensatz angelegt?

Das ist exakt eins der Ergebnisse, die ich erzielen wollte. Ich wollte den Nachweis erbringen, dass die Bürger des Landes hilflos dem Datendiktat der Regierung, der Behörden und der „Qualitätsmedien“ gegenüberstehen. Aber wir dürfen die Daten nicht infrage stellen!

Die Zahlen in der Datei sind völlig korrekt, zumindest werden sie so vom RKI herausgegeben. Wenn man aber versucht damit zu arbeiten, kommt man sehr schnell an den Punkt, dass auf Seiten der Informationsbereitsteller entweder unfassbare Inkompetenz vorliegt oder dass man ganz bewusst unzureichende Informationen zur Verfügung stellt, damit man sie gar nicht hinterfragen kann, weil es technisch nicht möglich ist.

Wenn man hört, dass mind. 50% der Gesundheitsämter die neue Software nicht installieren können, vermutlich weil die EDV-Abteilungen zwei bis drei Jahre brauchen, bis sie solch eine Software in ihren Netzwerken freigeben können, dann merkt man, dass seit 12 Monaten keiner wirklich ein Interesse hatte, die Bürger transparent zu informieren.

Ach ja, das Bundesgesundheitsministerium hat ja in der Bundespressekonferenz gesagt, dass es keine Doppelmeldungen gäbe. Klar! Wer’s glaubt!

Ich finde, wir sollten die Bundesregierung ganz massiv mit ihren eigenen Waffen schlagen, in dem wir ihre Daten nehmen und sie als perfekte Wahrheit verkaufen, weil sie ja vom RKI stammen. Ich bin mir sicher, dass wir einiges an echt krassen Ergebnissen so produzieren können. Wenn die Bundesregierung keine Lust mehr darauf hat, dann muss sie eben dafür sorgen, dass man uns verlässliche Daten zur Verfügung stellt.

Natürlich habe ich bei meiner Recherche um das Thema Altenheime herum stets versucht, das bestmögliche Ergebnis aus den Zahlen zu extrahieren. Aber ich bin mir auch durchaus bewusst, dass ich mit einem gewissen Ungenauigkeitsgrad hantiere. Macht mir das Sorgen? Nein. Ich denke, dass ich ausreichend Belege erbracht habe, die eine Meinung untermauern, dass die Möglichkeit für einen Zusammenhang von Impfung und Erkrankung/Tod besteht. Wenn hierauf die Staatsanwaltschaften nicht reagieren, machen sie sich meiner Meinung nach strafbar und zwar nicht in einem leichten Fall.

Sie weichen der Frage aus: es ist absolut nicht glaubwürdig, dass das RKI den gemeldeten Erkrankungsfall einem später gemeldeten Todesfall zuordnen kann.
Wie soll das funktionieren?
Kurzum: ihre Methode der Errechnung von Sterbedaten halte ich für absolut aus der Luft gegriffen.

Das ist einfach Horror und bestätigt, was alle angeblichen Verschwörungstheoretiker seit einige Zeit vermuten: Die Politik verschiebt die Zahlen und wissenschaftlichen Ergebnisse gerade so, wie Sie es benötigen um Ihre Masken, Impfungen und sinnlosen Maßnahmen an das Volk zu bringen.

Dann wären doch nun auch einmal die Daten zur Gesamtbevölkerung interessant. Wenn die Daten vom RKI an jedem Tag seit Beginn der Pandemie abgerufen und gespeichert wurden, müsste es doch leicht möglich sein, die „Neuen Todesfälle“ (für ganz Deutschland) an jedem einzelnen Tag zu bestimmen und zeitlich aufzutragen. Die Ungenauigkeit von nur 7 Tagen stört bei einem so großen Zeitraum dann ja auch nicht mehr besonders.

Danke für die Aufklärung. Aber wie kann das RKI denn mit solchen Daten selbst überhaupt auswerten? Ist kein Platz um einfach das Sterbedatum einzutragen? Habe selbst einige Jahre in der Statistik gearbeitet, ohne ein Datum sind solche Statistiken nicht auswertbar. Entweder haben die RKI-ler keine Ahnung von Statistik oder es wird bewusst so veröffentlicht, damit die Daten nicht auswertbar sind. Was für ein Aufwand und mein Dank an Herrn Adam, dass er sich die Mühe macht.

Das RKI hat alles an Daten was es braucht. Auch das genaue Sterbedatum. Hätte es irgendwas relevantes nicht, so könnte es via unter- oder nebengeordneten Ämtern/Ministerien etc beschafft werden.
Zb werden dienstags mit Abb7 des Tagesberichts die Sterbezahlen nach tatsächlichen Sterbewochen gezeigt, nicht Meldezeitpunkten.

Im nämlichen Dienstagbericht finden sich Verläufe statist. ganz gut aufbereitet, hier mit Ankerpunkt Meldezeitpunkt.

Man muss schon sorgfältig hinschauen und überlegen was man da nun genau jeweils gezeigt bekommt und was nicht. Was nicht, findet man i.d.R. aber dann nebenan.

So hat es 4 verschiedene Statistiken allein zu den Fallmeldungen!
a,Meldezahlen, täglich neu, von Medien benutzt;
b, Dashbord, blaue Balken, täglich aktualisiert, aber exakt informativ vor allem für Zeitpunkte, die 2 besser 3 Monate zurückliegen. Was wohl daher kommt, daß manche Gesundheitsämter sich solange Zeit lassen ehe sie Fälle schliessen, sodaß diese als abgeschlossen bzw auswertbar übermittelt werden. Man erkennt auf Stadt/Kreisebene recht schnell nach welcher Methode dort verfahren wird. Sind fast nur gelbe Balken zu sehen, so sind die Daten noch nicht aktualisiert erfasst.
Nur hier erkennt man bspw daß der Höhepunkt Neuerkrankungen am 16.3.20 erreicht war. Unter Berücksichtigung Inkubationszeit kann man auf frühe KW11 als Höhepunkt des Infektionsübertragungsgeschehens schliessen, d.h. klar vor jeder Lockdown-Massnahme.

c, Abb.5 im Dienstagbericht:
hier ersieht man, aufgehängt am Ankerpunkt Meldedatum, wieviele Hospitalisierungen bzw Todesfälle jeweils resultierten, auch der Anteil Symptomatischer Fälle wird gezeigt.

d, Abb.6 zeigt schließlich ein hochgerechnetes Szenario mit ähnlicher Aussagekraft wie unter b, erläutert, jedoch mit Vorteil, daß es bis sehr nahe an Gegenwart heranreicht, folglich werden auf dieser Basis auch die R-Werte kalkuliert.

Es gibt also nicht nur Mängel zum RKI Berichtsystem zu nennen.

Das RKI veröffentlicht vorausgewertete Daten. Das ist schön, aber wie immer „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“.
Mit den Daten des RKI kann man (ohne den Aufwand, den Herr Adam betrieben hat) keine Auswertung der Todesfälle nach Sterbedatum, Landkreis und Altersgruppe erstellen.
Dass das RKI die Daten halt so auswertet, wie es die Regierung gerade braucht, zeigt ja auch der ständige Wechsel von ach so wichtigen Bezugsgrößen… Verdopplungszahl, R-Wert, Inzidenz… dazu kommt dann noch irgendein Now-Casting, was das ganze nochmal intransparenter macht. Also man kann am RKI viel gut heißen, aber sicher keinen transparenten Umgang mit Daten bzw. Nachvollziehbarkeit der herausgegebenen Statistiken.

was es dringend braucht ist eine Veröffentlichung der Daten zum Impfgeschehen auf Ebene Kreise/Städte.
Ideal wären zusätzlich die Daten der mobilen Impfteams, anhand derer der Weg der Impfteams entlang der Heime, Kliniken nachzuvollziehen ist in Zeit und Raum.
Angabe der Anzahl der jeweils verabreichten Impfdosen wär Wunschfeature obendrauf.

Wir sind gerade dabei, die richtigen Fragen zu formulieren, die wir dem RKI stellen können. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Antworten lange auf sich warten lassen, vielfach auf die Gesundheitsämter oder das Bundesgesundheitsministerium verwiesen wird (dortige Anfragen führen dann regelmäßig zu Zirkelbefragungen) oder sich die Auswertungsparameter des RKI soweit verändert haben, dass die Antworten nicht mehr zu gebrauchen sind. Aktuell wird der Vergleich mit dem bisherigen Verlauf vollständig zerstört, da wir jetzt ja eine „neue Pandemie“ haben. Alles auf Anfang!

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