Das House Oversight Committee (Untersuchungs- und Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses) veröffentlichte ein Video von der heutigen Befragung von Ghislaine Maxwell, in dem sie gefragt wurde, ob sie eine enge Freundin von Jeffrey Epstein war, ob sie beim Handel mit minderjährigen Mädchen geholfen hat und ob sie diese dazu angehalten hat, sexuelle Gefälligkeiten zu erbringen.

Maxwells Anwalt erklärte, sie sei nur dann zu einer Aussage bereit, wenn sie von US-Präsident Trump begnadigt würde.
Die tagesschau berichtet wie folgt auf SociaMedia:
Ghislaine Maxwell, frühere Partnerin und Komplizin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, hat eine Aussage vor dem US-Repräsentantenhaus verweigert. Nach Angaben des republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer berief sie sich während einer kurzen Videoschalte aus dem Gefängnis auf ihr Recht zu schweigen. Sie lehnte es ab, Fragen zu den von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie zu möglichen Mitverschwörer:innen zu beantworten.
Maxwells Anwalt erklärte, sie sei nur dann zu einer Aussage bereit, wenn sie von US-Präsident Trump begnadigt würde. Abgeordnete beider Parteien kritisierten dieses Vorgehen scharf und werteten es als Versuch, politischen Druck aufzubauen. Trump hatte im Oktober des vergangenen Jahres erklärt, eine mögliche Begnadigung prüfen zu wollen. Die Video-Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Maxwell verbüßt seit 2022 eine 20-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.
Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein. Auch wenn derzeit keine neuen Strafverfahren in den USA zu erwarten sind, sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in Skandale verwickelt oder mussten zurücktreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein oder Details dazu bekannt geworden waren. Ende des Monats sollen Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary Clinton vor dem Kongressausschuss aussagen. Die beiden Politiker:innen von den Demokraten fordern eine öffentliche Anhörung, um eine Instrumentalisierung durch die Republikaner:innen zu verhindern. Trump hatte wie die Clintons Verbindungen zu Epstein, wurde von dem republikanisch geführten Ausschuss jedoch nicht zur Aussage vorgeladen. Ein Fehlverhalten konnte weder den Clintons noch Trump bisher nachgewiesen werden.
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Er weiß, was passiert ist, ich weiß, was passiert ist. Und nur einer von uns beiden erzählt die Wahrheit.
Virginia Roberts Giuffre

Die Bild schreibt damals (03.12.2019) über sie:
Die Frau, die offensichtlich immer mit dabei war und der Prinz Andrew diese E-Mail schrieb, wird als Kupplerin in den britischen und US-Medien beschrieben. Sie soll Jeffrey Epstein, dem sexueller Missbrauch von Hunderten jungen Mädchen vorgeworfen wird, die Mädchen beschafft haben, oder – wie in Andrews Fall – ihre Stadtwohnung für intime Treffen zur Verfügung gestellt haben. Dort ist auch das Foto von Andrew, Virginia Roberts und Ghislaine Maxwell entstanden.
Doch Maxwell war noch viel mehr: Sie soll Epsteins Pädophilen-Ring gemanagt haben.
In einem Artikel in der „The New York Times“ wird ihr Leben beleuchtet. Ghislaine war das neunte, jüngste und das Lieblingskind des Medien-Moguls Robert Maxwell. Ihm gehörten u. a. „The Mirror“ und „The Daily News“. Sie wuchs in einer Villa mit 53 Zimmern in Buckinghamshire (Großbritannien) auf, hatte Kontakt zur High Society und Aristokraten. Doch ihr Vater veruntreute viel Geld, um seine Pleite abzuwenden und starb am 5. November 1991, als er mit der Yacht „Lady Ghislaine“ bei Teneriffa schipperte und über Bord gegangen sein soll. Es heißt, dass er Selbstmord begangen haben könnte – was Ghislaine vehement bestreitet.
Jedenfalls zog seine jüngste Tochter dann für einen Neuanfang nach New York – und lernte den Milliardär Jeffrey Epstein kennen. Die beiden wurden ein Paar und blieben auch nach ihrer Trennung beste Freunde. Mehr noch: Sie wurde seine Managerin und Kupplerin. In mehreren Medienberichten heißt es, dass Ghislaine es war, die die Mädchen für Partys und Sex organisierte. Auf seiner privaten Karibikinsel Little Saint James besaß Epstein ein Anwesen, auf dem auch Bill Clinton zu Gast gewesen sein soll …
Der ehemalige US-Präsident unterhielt eine gute Beziehung zu Ghislaine Maxwell: Die Epstein-Freundin war auch auf der Hochzeit von Clintons Tochter Chelsea, was ein Foto belegt. Und auch Prinz Andrew war sehr vertraut mit Maxwell. Er nahm sie am 2. September als seine Begleitung zur Hochzeit seiner Ex-Freundin Aurelia Cecil mit.
Was macht Ghislaine Maxwell heute? Niemand weiß es so genau. Seit dem Selbstmord von Jeffrey Epstein am 10. August 2019 ist sie untergetaucht. Sie soll in London sein, ein genauer Ort ist aber nicht bekannt.
Wer ist sie?
- Ghislaine Noelle Maxwell (25. Dezember 1961 in Frankreich) gilt als ehemalige britisch-amerikanische Geschäftsfrau und Socialite.
- Eine Socialite ist eine Person, die zur wohlhabenden oder einflussreichen Gesellschaftsschicht gehört und vor allem durch ihr gesellschaftliches Leben bekannt ist – nicht unbedingt durch einen Beruf oder eigene Leistungen.
- Sie wurde im Januar 2020 vom FBI festgenommen.
- 2021 wurde sie in mehreren Punkten schuldig gesprochen, zuletzt zu 20 Jahren Haft, unter anderem wegen Ausbeutung Minderjähriger im Zusammenhang mit Epsteins Missbrauchsringen.
Herkunft und Familie – reiche Verhältnisse
- Maxwell stammt aus einem wohlhabenden und einflussreichen Umfeld: Sie ist die Tochter von Robert Maxwell, einem britischen Medien-Magnaten und Eigentümer großer Zeitungen.
- Ein Medien-Magnat ist eine Person, die sehr viel Macht, Einfluss und Vermögen im Medienbereich besitzt.
- Sie wuchs in privilegierten Verhältnissen auf, u. a. in einer großen Familienvilla und besuchte teure Schulen.
- Ihr Vater, Robert Maxwell, hatte jahrzehntelang ein internationales Medienimperium und gehörte zu den wohlhabenderen Figuren in Großbritannien.
- Nach dem Tod von Robert Maxwell im Jahr 1991 wurde aufgedeckt, dass er über Jahre hinweg mehrere hundert Millionen Pfund aus den Pensionsfonds seiner eigenen Mitarbeiter veruntreut hatte, um seine hoch verschuldeten Medienfirmen künstlich am Leben zu halten. Banken, Investoren und die Öffentlichkeit wurden durch geschönte Bilanzen und intransparente Geldverschiebungen getäuscht.
Reichtum und finanzielle Verbindungen
- Maxwell hatte selbst nicht unbedingt eigene Geschäftserfolge, aber sie profitierte vom Vermögen und den Netzwerken ihres Vaters sowie später von Verbindungen zu reichen und mächtigen Personen in New York.
- Laut Berichten wurde sie über Jahre von großen Banken mit Millionen verwaltet, was zeigt, dass sie trotz ihrer Verurteilung finanzielle Ressourcen hatte.
Medien von Robert Maxwell, die heute noch existieren
Diese Titel bestehen nachweislich weiterhin, heute unter anderen Eigentümern:
- Daily Mirror (Vereinigtes Königreich)
- Sunday Mirror (Vereinigtes Königreich)
- The People (Vereinigtes Königreich)
- Daily Record (Schottland)
- Sunday Mail (Schottland)
Was war Pergamon Press?
- Ein international sehr bedeutender Wissenschaftsverlag
- Gegründet und aufgebaut von Robert Maxwell
- Richtete sich an Universitäten, Forschung, Medizin
- Veröffentlichte tausende Fachzeitschriften und wissenschaftliche Bücher
(Medizin, Naturwissenschaften, Technik)
Was ist damit passiert?
- 1991 (nach Maxwells Tod) wurde Pergamon Press verkauft
- Der Verlag ging vollständig in Elsevier auf
Eine Antwort auf „Maxwell: Aussage gegen Begnadigung – Entlastung für Trump, Hillary & Bill Clinton?“
Ist das House Oversight Committee (Untersuchungs- und Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses) ein türkischer Basar, auf dem alte Kühe gehandelt werden? Ich hoffe doch nicht. Wenn dem so wäre, könnte der US-Präsident und Kuhhändler Donald Trump zur Notschlachtung sofort zurücktreten. Ich denke, als ehemaliger Immobilienhändler, dem Mafia-Verbindungen nachgesagt werden, weiß er, wie mit einem solchen Anwalt eine Konversation betrieben wird.