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Verrückte Zeiten… Für ein Miteinander…

2G, Kultur, Corona, 1 1/2 Jahre haben unser Leben verändert. Trotz der Unterschiede, anderer Meinungen ist es an der Zeit, für ein Miteinander zu schreiben und sich von 2G zu distanzieren.

Ein Denkanstoss von Andi Rietschel – Leipziger Dj, Geschichtenerzähler und Veranstalter

Seit 1 1/2 Jahren leben wir in verrückten Zeiten…
Für mich, als Mensch und Künstler ist ein Punkt erreicht, an dem ich mich einmal mehr positionieren möchte…

Für ein Miteinander…

Wir mögen unterschiedliche Meinungen haben…
aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Wir mögen unterschiedliche Gewissheiten, Quellen haben (Politiker, Ärzte, Virologen, Soziologen, Psychologen, Journalisten, Wissenschaftler, Philosophen, Freunde), nach denen wir uns richten, aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Wir mögen unterschiedliche Ängste haben, beispielsweise vor einer Krankheit oder ihren Nebenfolgen, oder den Maßnahmen diese Krankheit und die Grundrechte und Anderes einzuschränken, aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Wir mögen unterschiedliche Entscheidungen getroffen haben, uns in diesem Jahr zu impfen (in diesem / im nächsten Jahr ein weiteres Mal) oder uns eben nicht zu impfen…
aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Nun fühlen sich die Einen sicher, weil sie geimpft sind und kritisieren die Anderen, weil sie ungeimpft sind und Andere gefährden, weil sie sie anstecken könnten. Die Ungeimpften kritisieren die Geimpften, weil sie sich nun nicht mehr testen (müssen) und dadurch Andere anstecken könn(t)en und Andere gefährden, egal ob geimpft oder nicht geimpft … aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Die Einen warnen vor den Folgen einer Krankheit, und mögen recht damit haben, oder auch nicht – aber ist dies die einzige gefährliche Krankheit in unserem Leben? Die Anderen warnen vor den (Spät)Folgen einer nicht lange genug erprobten Impfung und mögen recht damit haben, oder auch nicht… zwei gegensätzliche Meinungen, manchmal sogar in unseren eigenen Gedanken – aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Die Gedanken, die Gespräche, das nicht Gesprochene dem anderen Menschen gegenüber, oftmals vor allem das Geschriebene in den Weiten der sozialen Medien des Internets erregt uns und Andere, verletzt uns und Andere durch uns und Andere, scheint uns zu trennen, – aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Nun gibt es also verordnet, oder selbst gewählt, eine weitere Teilung – 2G macht es je nach Ansicht leichter oder schwerer – unter anderem auch im Kulturbereich… ermöglicht theoretisch volle Räume, maskenlos, testlos…. aber nur für Geimpfte und Genesene, die zwar nachweislich ansteckbar sind, sich aber nicht mehr testen müssen und dann auf einer 2G Party Andere anstecken könnten oder sich dort anstecken und dann Andere anderswo anstecken… (* Anmerkung dazu am Ende des Textes)
Sollte man vielleicht nur noch 2G Veranstaltungen und Einkaufsmöglichkeiten, Busse, abgetrennte Bereiche in Zügen, etc. für Geimpfte und Genesene auf der einen Seite und für Ungeimpfte auf der anderen Seite ermöglichen – also getrennt? Aber wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden!

Ich bin für das Verbindende… und vertraue auf das Leben… und unsere eigene Entscheidung das Richtige zu tun… gestehe dem anderen Menschen zu, sich zu impfen oder nicht zu impfen, gesund zu leben oder nicht gesund zu leben.

Ich entscheide mich, das Trennende nicht zu unterstützen und werde als Künstler und Mensch für das Trennende, für Menschen ausschliessende Veranstaltungen nicht zur Verfügung stehen, (auch wenn mir dadurch Gagen und anderes entgehen könnten) oder in welcher Form auch immer zu unterstützen ( sei es mit Anwesenheit, Information darüber, etc), WEIL wir sind doch Menschen, Freunde, Freundinnen, Geschwister, Kinder, Eltern – Das verbindet, oder möge uns verbinden.

Ob ich genesen, geimpft oder ungeimpft bin, ist bei dieser Entscheidung nicht von Bedeutung.

Ich freue mich, trotz unserer Unterschiede, auf gemeinsame Erlebnisse mit Anderen, zusammen zu tanzen, auf Feiern, auf Kulturverantaltungen, Festivals, das gemeinsame Essen oder Getränk in einer Gastronomie…


Wir zusammen, für und in einem Miteinander!

In Liebe, in Frieden
Möge es so werden, Möge es so sein!
Ahooo

* übrigens reicht bei vielen 2G Partys als Helfer oder Künstler dann wiederum ein Schnelltest – womit man dann wahrscheinlich im Vergleich zu 99% der Anwesenden verantwortungsvoller ist, weil man ja eine Ansteckungsgefahr nach offizieller Ansicht ziemlich sicher auschliessen kann.


Anmerkung

Gastbeiträge geben immer die jeweilige Meinung des Autors wieder und kann unter Umständen von unserer abweichen.

28 Antworten auf „Verrückte Zeiten… Für ein Miteinander…“

Sehr gut geschrieben und Hut ab vor so viel Courage, selbst auf Veranstaltungen nebst Gage zu verzichten!! Wir alle sollten so solidarisch sein und diese Trennung von Geimpften zu Ungeimpften nicht zulassen!!! Die Geimoften und Genesenen erhalten von der Politik einen Freifahrtschein, dabei sind genau die genauso ansteckend wie Ungeimpfte!!! Lediglich Getestete haben doch eigentlich den NACHWEIS, dass sie evtl. frei vom „Virus“ sind!!!!

Aus dem wahren Leben..auch wir haben innerhalb der Familie Geimpfte und Ungeimpfte. Auch welche, die nur nachplappern, was die Politik verbreitet. Aber dennoch liebe ich jeden einzelnen und jeder wird von mir in den Arm genommen und gedrückt. Ich habe auch gesagt dass ich es ganz schrecklich finde, wie ein Keil immer tiefer zwischen Geimpfte und Ungeimpfte getrieben wird. ICH möchte das nicht!

Auch mich hat dieser empathievolle ❤️ Gastbeitrag gerade eine Stunde in seinen Bann gezogen, und mir wurde von Minute zu Minute bewusster, dass diese „Verrückte Zeit“ von mir, meine im Leben schwerste Entscheidung abverlangt „hatte“, bzw. noch ist das alles nicht überstanden, ganz im Gegenteil, die Politik fährt gerade wieder so richtig hoch und es wird vermutlich „heißer“ als alles bisher Dagewesene.

„Verrückte Zeit“, die ein Miteinander so schwer macht wie noch nie zuvor – die jedoch das höchste Potential für ein wahres Miteinander bietet.

Die Spezies Mensch steht auf dem Prüfstand!

Ein sehr gutes Statement zur momentanen Lage. In meiner Familie sind 2 geimpft und 7 nicht. Es kommt schon hier zu Streit innerhalb meiner Familie . Das macht mich sehr nachdenklich und traurig 😢

die Erfahrung habe ich auch gemacht, deswegen meide ich das Thema ist eh zwecklos, lernen tut man nur durch Schmerz für diejenigen, die Warnungen ignorieren. Deswegen lasse ich es NICHT MEHR darauf an kommen, meine Freundschaften oder mit Familienmitgliedern im Klintsch auseinander zu gehen. Ich sage dann immer, es gab mal eine Zeit in der Vergangenheit wo auch die Mehrheit nicht Recht hatte und sich irrte, kam sogar mehrmals vor in der Geschichte, leider. Den Brief finde ich ganz toll, genauso spielt es sich ab im wirklichen Leben. Lassen wir uns nicht spalten, genau das ist gewollt. Es geht um Kontrolle. Ich akzeptiere wenn sich jemand impfen lässt und meide sie nicht im Gegenzug erwarte ich aber das gleiche.

Ein sehr schöner und wertvoller Beitrag – wäre schön, wenn dies auch an die Politik weitergegeben werden könnte.

Herzlichen Dank für diesen Beitrag

Dieter

Lieber Herr Rietschel, danke für Ihre wundervollen Worte. Sie tun gut.
Alle Menschen sollten bedenken, dass wir einander Glück und Frieden schenken können, indem wir einander respektieren und wir uns mit unserer Unterschiedlichkeit ergänzen können. Ich war auf Ihrer Website und habe die Geschichte von den beiden Jungen gelesen. Es könnte alles so einfach sein.

Naja, das mit Freunden & Familie und so, mag sein, oder auch nicht, ganz egal. Diese Sache wird immer dazwischen stehen, mit welchem Stellenwert auch immer, von einem mulmigen Gefühl und Gedanken a la „warum hat er/sie das nur gemacht….“ bis eben zu leck mich doch, mach du deins, ich meins…
Bestimmte Gruppen zu trennen macht aber Sinn. Im Zug wegen mir gerne, nicht nur Geimpfte/Ungeimpfte. Familienwaggons bzw. Abteile machen Sinn. Ich möchte nicht die ganze Zeit von dem Geplärre genervt werden, ebenso in Flugzeugen, oder auch Wohnraum. Gibt es eben welchen für Familien und eben welche für junge PArtypeople, Alte bzw. Leuten, die ihre Ruhe möchten, warum nicht? Das Gerede wieviel Menschen miteinander verbindet ist genau was es ist, Gerede. Gibt ja nicht umsonst Parallelgesellschaften… So wird es auch beim Thema Gen-Spritze sein/werden. Warum sollte ich so Typen wie Wutzi-Watzl, Lauterbach, Breitner und diesem ganzen Gesocks freundlich gegenüber eingestellt sein?!
Zum Glück sind die Mehrheit meiner Freunde ungeimpft und erkennen was ab geht. Die wenigen, die sich haben spritzen lassen erkennen aber auch, daß was schief läuft. In der Arbeit ist das schon anders, da herrscht 2G-Regime, wegen mir…

Das ist auch wahr. Selbst in dunkelster Nacht besteht immer Anlass zur Hoffnung.
Und wir sind buchstäblich eine Menschheitsfamilie. Genetisch, wissenschaftlich, im Kerne aller Sprachen, in gleicher grundlegender Bildung unserer Gestalt und unseres Wesens. Ob man sich für diesen Gedanken (noch) nicht erwärmen kann oder nicht.
Gewiss erscheint mir auch, dass sich auch der größte Hass irgendwann erschöpfen und abstumpfen muss (wenn es die Menschheit vordem nicht umbringt).
Nur es gibt eben wirkliche Rabenmütter und -väter, und wenn wir denen als erwachsene Menschen noch furchtsam nachgeben, dann bekommen wir irgendwann den Tod im Leben statt höchstens den Tod.

Danke für diesen wohltuenden, wertvollen Beitrag. Dieses Gedicht schrieb ich im Dez.2020:

„AUFWACHEN“
Ganz früh am Morgen-ich werde wach.
Über mir das Fenster im Dach.
Müde blinzelnd schau ich raus.
Wolken und Nebel umgeben das Haus.
Der Himmel trübe und milchig grau.
Bedrückend, wenn ich nach draußen schau.
Ich schließe die Augen-ist ja noch Zeit.
So früh am Morgen-der Tag noch weit.
Nach einer Weile-ich blicke zum Fenster.
Die Nebelwolken wie graue Gespenster.
Sie teilen sich nach verschiedenen Seiten,
kleiner werdend in des Himmels Breiten.
In weiter Ferne-und noch im Dunkeln
ganz unerwartet ein zartes Funkeln.
Was ist es nur? Ein Stern? Ein Licht?
Ist zu weit weg-man sieht es nicht.
Doch stetig scheint das Licht zu reisen,
sich zu vergrößern und zu vertreiben,
die Wolken und die Dunkelheit
bis hin zu des Tages Helligkeit.
Genauso wie der Tag es geschafft,
mit Hilfe des Lichts und dessen Kraft,
die Nebel der Nacht zu bezwingen.
Genauso möge es gelingen,
mit Toleranz und Offenheit,
mit Großmut und mit Menschlichkeit,
mit Mut zum Denken und zum Handeln,
das Weg- ins Hinschauen zu verwandeln.
Genauso mögen wir in uns erhalten
ein über die Maßen strahlendes Licht,
damit die Menschheit sich nicht läßt spalten,
und welches die „Nebel“ dieser Zeit durchbricht.
sh/2020

Dies ist meines Erachtens ein sehr gutes Gedicht, wo alles durch das allmählich einsetzende und schrittweise zu weiterer Entfaltung sich ausgießende innere Licht sich nach und nach ins und zum Leben hin ruft; das Leben ruft sich sich selbst in Erinnerung.
Versstruktur und -maß tragen dem denn auch weitgehend Rechnung.
Ich denke hier eine recht geübte Hand zu entdecken.
Vorzüglich, danke, liebe Bine!

Vielen Dank für Ihre herzlichen Kommentare ❣️ 🙂

Wenn Sie mögen, ein weiteres …

LEBEN
Was ist es, was uns im Leben „hält“?
Das Gefüge einer fremdbestimmten Welt?
Was ist es, was im Leben zählt?
Eitelkeit, Einfluss, Macht und Geld?
Was ist es, was Leben lebenswert macht?
Welche ideellen Schätze machen es aus?
Haben wir ernsthaft darüber nachgedacht?
Zu welchem Preis geben wir „freiwillig“ auf,
was uns zusteht und unverkäuflich ist?
Wenn unser Mikrokosmos daran hindert,
„gewohntes“ Denken nicht ermisst,
verdrängte Wahrnehmung nicht mindert,
was unbewusst Mensch nie vergisst,
was bleibt dann übrig, was noch lindert?
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!?
Und doch es mehr und mehr so wird!?
Bis wir bereit sind, zu erkennen,
Unmögliches(?) beim Namen nennen,
dass nichts von dem, was man uns sagt,
wirklich so ist, wieˋ s scheinen mag,
gelingt es anderen, festzulegen,
was fortan zählen soll im Leben.
Was ist es, woran fest wir halten?
Nicht sehend, was man mit uns macht?
Ist UNSER Leben, das WIR „verwalten“!
Und nicht nach Plan fremd „ausgedacht“!
sh/22.03.2021

Ich bin gerade so traurig über das, was um uns herum passiert. Dieser Text spricht all die Themen an, die uns beschäftigen und spalten. DANKE, er hat mich sehr berührt!

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