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Die unterschätzte Gefahr von Multiresistenten Keimen, „Superbugs“, im Schatten von Corona

Beitrag einer Krankenschwester

Die in einer Studie !geschätzte! Zahl der nosokomialen Infektionen in Deutschland liegt bei 400.000 bis 600.000 pro Jahr.
Die Zahl der Todesfälle liegt bei 10.000 bis 20.000.

Aus der Zeit im OP kenne ich viele Menschen die sich im Krankenhaus mit MRSA oder ESBL infiziert haben, gerade bei Hüft- und Knieoperationen – bei einer Standardoperation in Deutschland.
Doch bislang hatte ich immer das Gefühl, dass unsere Gesellschaft den Tod, durch Multiresistente Keime und daraus auch manchmal resultierende Amputationen, als ein Lebensrisiko mit sich trägt.
Das Risiko, dass man eben eingeht, wenn man sich in eine Krankenhausbehandlung begibt, bekomme ich eine Sepsis und wenn ja überlebe ich diese?
Dadurch entstehen auch vielmals Pneumonien (Lungenentzündungen), Harnwegsinfekte oder auch Wundinfektionen.
Sehe ich jedoch welchen Kraftakt eine Gesellschaft plötzlich auf sich nimmt um einem Virus zu begegnen, bin ich erschüttert.
Nicht weil ich gewisse Maßnahmen nicht als Gerechtfertigt ansehe, sondern weil mir dies schmerzlich vor Augen führt, wie unsere Politiker könnten, wenn Sie nur wollten.

Viele Menschen tragen diesen Keim in sich, der Staphylococcus aureus. Bei den meisten besiedelten Menschen hat der Staphylococcus aureus noch keinen Resistenzmechanismus entwickelt, ist also noch kein MRSA geworden, kein Methicilin- oder auch Multiresistenter Staphylococcus aureus.

Wenn Antibiotika nicht mehr zuverlässig gegen bakterielle Infektionen wirken, kann es gefährlich werden. Vor allem für Menschen, deren natürliches Abwehrsystem geschwächt ist. Im Krankenhaus kommen besonders viele Menschen mit Abwehrschwäche auf engem Raum zusammen. Bakterien finden hier ideale Bedingungen vor. Auch im Seniorenheim befinden sich viele Menschen mit einem gedämpften Immunsystem.

Das Deutsche Ärzteblatt schreibt, „deutlich werde dies auch durch die hohe Zahl der Todesfälle, die durch Bakterien ausgelöst würden, gegen die auch Reserve-Antibiotika unwirksam seien: In 39 Prozent der betrachteten Todesfälle seien die Patienten mit einem solchen Keim infiziert gewesen.“

Aber der rationale Einsatz von Antibiotika ist nicht nur in Deutschland ein Problem – mir kommt das von einigen Ärzten bekannt vor – bei einer Grippe wird nur zu gerne Antibiotika verschrieben, welche eben nur gegen Bakterien helfen. Wobei wir ja jetzt wissen, dass es inzwischen Resistenzen gibt, auf Grundlage eines falschen Einsatzes.

Wenn sich diese Resistenzentwicklung fortsetzt, wird es immer schwieriger werden, bestimmte schwerwiegende bakterielle Krankheiten auch in Zukunft erfolgreich zu behandeln.Im Hintergrund vieler Fälle läuft eben eine Antibiotikatherapie die wichtig ist, für meinen Geschmack wird aber viel zu wenig Kraft aufgewendet um dem zu begegnen. Auch fehlt mir hier die Aufklärung der Bevölkerung was das heißt in einem Umfeld ohne wirksame Antibiotika zu leben.
Wollen wir das als Gesellschaft?

Im Jahr 2021 traut man sich schon gar nicht mehr erwähnen, wenn man an etwas anderem als Corona erkrankt oder gar verstorben ist.
Man hat das Gefühl, es gibt keine anderen Krankheiten mehr, dabei starben 2019 331.200 Menschen an Herz- Kreislauferkrankungen, 231.000 Menschen an Krebs und 67.000 Menschen an Atemwegserkrankungen.


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